Mit dem Fahrrad durch das Land der freundlichen Khmer. Im “CONRADS”, Baummardersteig ggü 1c, Konradshöhe, 19 Uhr

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Veröffentlich: 26. März 2018 (vor 4 Wochen )

KAMBODSCHA

Mit dem Fahrrad durch das Land der freundlichen Khmer

Mit dem Fahrrad durch Kambodscha – dieser Traum spukte schon seit
längerem in meinem Kopf herum.
Reisfelder, der Mekong, atemberaubende Kulturstätten, überaus freundliche Menschen, der Tonle Sap, ursprüngliche Dörfer…… mehr wusste ich über dieses Land nicht, das sich aufgrund von Kriegswirren und Bürgerkriegen erst Ende der 90er Jahre dem Tourismus geöffnet hatte.
Da mich auch die Nachbarstaaten Thailand, Laos (in beiden Ländern war ich 1971 schon einmal) und Vietnam interessierten, unternahm ich eine zwölfwöchige Rundreise durch diese vier Länder.
Die Landschaft Kambodschas ist geprägt von überwiegend trockenen Reisfeldern, denn es war „Winter“, also Trockenzeit. So führten auch der Mekong und der Tonle Sap sehr wenig Wasser. Die Straßen waren teilweise sehr staubig, was sich nach täglich 8-10 Std. Radeln an den freien Körperstellen bemerkbar machte. Da die Strecken sehr flach waren und ohne jede Steigung, schaffte ich mühelos weit über 100 Km am Tag.
Ich besuchte eine winzige Dorfschule, gebaut aus Bambus, Schilf und Palmwedeln, wo die ärmsten der Armen unterrichtet wurden. Zum Abschied machte mir jedes Schulkind ein Geschenk. Ein kleines Mädchen schenkte mir einen (lebenden) Frosch!
Ein Höhepunkt der Reise war eine achtstündige Bootsfahrt auf dem Sangker Fluss von Battambang nach Siem Reap.
Frühmorgens verließ der alte Holzkahn die Stadt und fuhr vorbei an den ärmlichen Dörfern am Fluss. Vollbeladene Fähren mit Mopeds und Fahrrädern setzten über, viele Menschen verrichteten ihre Morgenwäsche in dem trüben, braunen Wasser, Kinder spielten mit großen Pythonschlangen, Händler verkauften von ihren kleinen Holzbooten aus Gemüse, Obst, Hühner, Frösche, Ratten u.v.a.m.
Kinderreiche Familien wohnten auf verrotteten Hausbooten oder an Land in Schilfhütten. Eins hatten sie alle gemeinsam: eine Fernsehantenne.
Siem Reap ist eine durch und durch von Touristen vereinnahmte Stadt, liegen doch die phantastischen Tempelanlagen Angkor Wat und Angkor Thom ganz in der Nähe. Stundenlang ging ich durch die weiträumige Anlage und bewunderte die Leistungen der Khmer vor ca. 1000 Jahren. Eine Erholung (wenn auch eine „kitzlige Angelegenheit“) war es, sich die Hornhaut an den Füssen von Hunderten von kleinen Fischen abknabbern zu lassen.
Sah man in den Touristenhochburgen Hunderte von Reisenden aus aller Welt, so begegnete ich bei den Fahrten über Land nicht einem einzigen „Westler“. Kaum passierte ich ein Dorf, kamen schon die Kinder schreiend und winkend angerannt und begrüßten mich mit einem lauten „Hello!“. Hielt ich an, um zu fotografieren, rannten besonders die Kleinsten weinend davon. Ein Schuljunge lud mich zu sich nach Hause in sein Dorf ein. Von Erwachsenen wurde ich oft zum Kaffee oder einem anderen Getränk eingeladen. Die Leute waren überaus freundlich und hilfsbereit, und nie fühlte ich mich bedrängt und belästigt, und nie hatte ich auch nur annähernd ein Gefühl der Angst.

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