Rattenplage in Tegel-Süd – CDU-Bezirksverordneter prangert an

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Der Bezirksverordnete Felix Schönebeck (CDU) erhebt im Fall der Rattenplage in Tegel-Süd Vorwürfe in mehrere Richtunen: Gewobag und Gesundheitsstadtrat agierten halbherzig, heißt es. Die Mieter stünden der Situation hilflos gegenüber – daher führt er Mietminderung “als mögliches Druckmittel” an.

In einer Mitteilung heißt es dazu:

Die massiven durch Ratten verursachten Probleme in Tegel-Süd waren am Mittwochabend Thema in der Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Reinickendorf. Der Bezirksverordnete Felix Schönebeck wollte per mündlicher Anfrage von Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) wissen, was er gegen die Rattenplage in der Gewobag-Siedlung unternehmen will und wie er die bisherigen Aktivitäten der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft bewertet.

Ratten Tegel-Süd, Bild: Felix Schönebeck

Bild: Felix Schönebeck

Effektive Sofortmaßnahmen gefordert

Laut Brockhausen gab es am 27. März eine Begehung seines Gesundheitsamtes, bei der ein starker Befall an zwei Müllplätzen festgestellt wurde. Das Gesundheitsamt hat daraufhin der Gewobag aufgegeben, dass innerhalb von sieben Tagen mit einer Fachfirma gegen die Ratten vorgegangen werden muss. Diese Frist lief am Mittwoch, 11.04., ab. Die Ratten sind zum Bedauern der Mieter geblieben.

Die bisherigen Maßnahmen der Gewobag sind völlig unzureichend. Das Gesundheitsamt agiert halbherzig. Es verstreicht Frist um Frist, aber die Ratten bleiben. Hier steht die Gesundheit tausender Mieter auf dem Spiel. Ich erwarte, dass der Gesundheitsstadtrat alle möglichen Mittel ausschöpft, um die Gewobag zu effektiven Sofortmaßnahmen zu bewegen”, ärgert sich Schönebeck, der im Gesundheitsausschuss sitzt.

Alle Beteiligten an einen Tisch holen

Rattenlöcher Tegel-Süd, Bild: Felix Schönebeck

Bild: Felix Schönebeck

Zumindest aber konnte Stadtrat Uwe Brockhausen verkünden, dass er nun alle Beteiligten an einen Tisch holen wolle. Durch die Berliner Wasserbetrieben solle zeitnah eine Kanalspülung erfolgen. Er teile im Übrigen die Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen der Gewobag unzureichend waren. Er habe sich außerdem persönlich einen Eindruck von den Missständen verschafft. Auf die Nachfrage Schönebecks, wann er sich konkret erstmals ein Bild der Lage gemacht habe, musste Brockhausen einräumen, dass er erst am selben Tag – an dessen Abend die BVV tagte – vor Ort war. Und das obwohl das Problem schon seit Wochen bekannt ist.

‘Umweltfehler’ für Mietminderung bis 20% ins Feld führen

“Es ist bezeichnend, dass sich der oberste Dezernent für Gesundheit in Reinickendorf erst jetzt, nach massiver Presseberichterstattung und einer BVV-Anfrage, mit dem Thema ernsthaft beschäftigt”, moniert Schönebeck. Der Bezirksverordnete ist der Meinung, dass die Mieter nur noch zu einer geminderten Mietzahlung verpflichtet wären: “Die Gewobag hat als Vermieterin die Pflicht, die Mietsache in einem vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Dazu gehört auch, dass man sich unmittelbar in der Wohnanlage ohne Gefahr bewegen kann. Hier liegt ein relevanter Mangel in Form eines ‘Umweltfehlers’ vor, der dazu führt, dass sich die Miete gesetzlich um 10-20% mindert. Vielleicht bewegt sich die Gewobag endlich, wenn die Mieter von ihrem Recht Gebrauch machen”. Seine rechtliche Bewertung sowie das in einem ähnlich gelagerten Fall ergangene Urteil des Landgerichts Berlin hat Schönebeck dem Mieterbeirat vorgelegt.

Thema bald im Gesundheitsausschuss

Für den 8. Mai wurde das Thema auch auf die Tagesordnung des Gesundheitsausschusses gesetzt. Davor soll ein von Schönebeck angedachter “Runder Tisch” stattfinden. Dort soll vor allem die nachhaltige Lösung des Problems besprochen werden. Es bleibt den Mietern zu wünschen, dass sich bis dahin zumindest die akute Situation spürbar verbessert hat.

Quelle: Mitteilung von Felix Schönebeck

Auch Märkisches Viertel meldet Probleme mit Ratten

Im Übrigen hat auch KIEZEKATZE zuletzt von einer anderen aktuellen Problemlage hinsichtlich eines Rattenbefalls erfahren, und zwar im Märkischen Viertel: In einem Kommentar zu unserem Beitrag vom 11. April “Spielplätze in Reinickendorf weiter verbessern – aber wie?”  heißt es: “Hier im märkischen gibt es keinen Spielplatz mehr der ohne Ratten ist ist echt wiederlich wenn man mit sein Kindern auf den Spielplatz möchte.”

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4 Kommentare

  1. Die genau gleiche Problematik besteht im MV. Die Müllplätze sind Futterplätze für Ratten! Direkt am Spielplatz sind die Müllplätze. Nur von Gitter umzäunt. Überall die Ratten Tunnel! Mehrere Meldungen werden seit Monaten gegenüber der GESOBAU und auch dem Mieterrat gemacht. Bisherige Maßnahmen sind wirkungslos

  2. Und die Leute in Tegel-Süd und im MV haben keine Hunde? Bei der Anzahl von Bewohnern sollten sich doch genug finden, die einen Dackel, Yorkshire Terrier, Prager Rattler oder anderen Terrier ( gibt aber auch andere Hunde mit Nager-Fang-Ambitionen) haben. Die freuen sich über so ein Festmahl und das ganze ist voll bio.
    Nichtsdestotrotz kommen Ratten nicht einfach so vorbei. Wenn ich sehe, wieviel Müll teilweise auf den Spielplätzen und um die Müllcontainer liegt, braucht man sich über eine Rattenplage nicht zu wundern.

    • Wer ein bisschen Kenntnis hat weiß das diese Ratten keine Biokost für Hunde ist

    • Wenn ihnen soviel am inflationär genutzten Wort bio liegt, können wir auch gern von natürlicher Nahrung für Hunde und Katzen schreiben. Solange die Ratten nicht mit Giftködern kontaminiert sind, spricht nichts gegen einen Verzehr durch Hunde. Viele erfolgreiche Jäger legen den Nager ja sowieso eher dem Besitzer vor die Füße, aber auch das Verkosten ist wie geschrieben völlig unproblematisch.

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