6-spuriger Ausbau der A111 ist Quatsch

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Heute haben mir einige Anwohner berichtet, dass im Bereich Ruppiner Chaussee und Nebenstraßen Bürger bei Nachbarn klingeln und Unterschriften gegen einen angeblichen 6-spurigen Ausbau der A111 sammeln würden” berichtete Stephan Schmidt (MdA, CDU) heute gegenüber KIEZEKATZE. Dazu meinte Schmidt weiter, dass ein Ausbau auf sechs Spuren nicht geplant sei und das Gerücht  jeder Grundlage entbehren würde.

Was wirklich geplant ist

Vielmehr verweist Schmidt auf die Informationen der DEGES, siehe https://berlin.deges.de/projekte/a-111-grundsanierung/projektdetails sowie auf die Antwort des Senats (Punkt 1c) vom 17.10.17 auf eine schriftliche Anfrage seines Kollegen Tim Zeelenzum Thema “Verkehrschaos im Nord-Westen verhindern” (siehe http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-12380.pdf) .

Es sei eine grundhafte Sanierung geplant, die überfällig sei und leider von 2014 auf 2021 verschoben wurde. Die Verschiebung sei ärgerlich, da es auch um weniger Lärmbelästigung geht.

Das Gerücht ist nicht neu

Bereits vor einem Jahr kam dieses Gerücht übrigens schon einmal aufgrund von Baumfällarbeiten auf und wir haben auf KIEZEKATZE dazu eine entsprechende Stellungnahme des Forstamtes veröffentlicht, die andere Gründe für die Baumfällarbeiten aufweist: Zum Artikel.

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21 Kommentare

  1. Man kann über 6 Fahrstreifen zur Beseitigung der Staufalle A111 diskutieren, geplant ist das aber nicht. Blöd ist die Verschiebung der Baumaßnahmen auf 2021, weil dann auch an der U6 und S25 gebaut wird. Dadurch droht ein Verkehrsinfarkt.

  2. Dann sollte Herr Schmidt mal die aktuellen Anträge der CDU-Fraktion der BVV Reinickendorf lesen. Die Empfehlung: “Verkehrsinfarkt verhindern 4” lautet: Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die Grundsanierung der A 111 dazu genutzt wird, einen dreistreifigen Ausbau in jede Richtung umzusetzen. (Drucksache 0767/XX). Wenn es also nach dem Willen der Reinickendorfer CDU geht, dann würde dieser Ausbau Realität. Es bleibt also zu hoffen, dass es zu dieser Planung nicht kommt.
    Andreas Rietz

  3. Interessant ist in diesem Zusammenhang sicher auch unser Artikel zur Nachnutzung des Flughafen Tegel, in dem laut einer Analyse der IBB eine bessere Verkehrsanbindung empfohlen wird. Und dabei geht es nicht nur um U- und S-Bahn sondern auch um Lastverkehr. Dort heißt es: “Für Industrie und Gewerbe muss der Lastverkehr bzw. der Schwerlastverkehr (An- und Abtransporte von Gütern) integriert werden. Das ist Voraussetzung, um dauerhaft starke ökonomische Impulse für die gesamte regionale Wirtschaftsentwicklung zu erzielen.” Und weiter heißt es in dem verlinkten Dokument: “Denn es ist nicht so sehr der Produktionslärm der modernen Industriebetriebe, der Probleme macht in den Wohngebieten, sondern es ist der Transport der Güter. Hier
    muss es praxistaugliche Lösungen geben, die auch nahe der Wohngebiete mehr Industrieverkehr
    ermöglichen, als es bisher in Berlin möglich ist.
    ” Siehe auch: https://heiligensee.kiezekatze.berlin/2017/09/11/nachnutzung-flughafen-tegel/ Es lohnt sich durchaus, das Dokument der IBB einmal ganz durchzulesen: https://www.ibb.de/media/dokumente/publikationen/volkswirtschaftliche-publikationen/berlin-aktuell/ausgaben-2017/berlin-akutell-flughafen-tegel.pdf

  4. Ich frag mich eh was das für ein Chaos werden soll, wenn auf dem Tetra Pak Gelände wirklich 1.200 Wohnungen entstehen sollen.

    Das bedeutet, das 1.200 + x Menschen jeden Tag mit dem Auto oder der S-Bahn zur Arbeit fahren wollen – und da herrscht ja jetzt schon Chaos.

    Hat da mal jemand drüber nachgedacht ???

  5. Patrick Prangel: Der Artikel der Reinickendorfer Allgemeine Zeitung nennt mit 1200 Wohnungen eine Zahl, die vor 1,5 Jahren einmal durchs Netz geisterte. Aktuell ist von 500 Wohnungen die Rede. Das hielte ich dann auch für realistisch, denn die Infrastruktur muss dazu passen. Der Investor hat mich kontaktiert. Ich will mir dir Planungen vorstellen lassen.

  6. Klingt schon mal besser als 1.200 Wohnungen.

    Aber auch 500 Wohnungen belasten die ohnehin schon überstrapazierte Infrastruktur.

    Zumal es ja sicher nicht bei 500 Bewohnern bleiben wird.

    Selbst wenn wir davon ausgehen das nur in jede zweite ein Pärchen einzieht sind wir bei 750 Personen die alle mit Bahn und Auto in die Stadt wollen…

  7. Es ist gut, dass Du Dir die Pläne zeigen lässt, allerdings hat der Investor sicherlich 0 Einfluss auf den Ausbau der A111 und auch wenig Möglichkeiten weitere Straßen zur Entlastung zu bauen…

  8. Patrick Prangel: Das stimmt. Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages kann man aber einige andere Dinge regeln. Das ganze Verfahren kommt ja erst noch. Ich bleibe dran.

  9. Ich bin da mal ehrlich und ganz egoistisch: die a111 ist jetzt schon in der Zeit von 07.00 -09.30 der längste Parkplatz Berlins.

    Egoistischer Weise muss ich sagen, das ich wenig Lust habe morgens und Abends noch länger deswegen im Stau zu stehen 🤔😐

    Da sollten sich die Verantwortlichen tatsächlich schon vor der Genehmigung Gedanken drüber machen und Lösungen finden…

  10. Die CDU bestreitet die Planung eines 3 spurigen Ausbau???
    Ich zitiere:
    Dazu meinte Schmidt weiter, dass ein Ausbau auf sechs Spuren nicht geplant sei und das Gerücht jeder Grundlage entbehren würde..

    Und die Empfehlung vom 17.12. an die BVV kommt von der CDU selbst?

    Verstehe ich etwas nicht?