Über 200 Schul- und Kitaplätze in Heiligensee gefährdet

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Um 50 Plätze im staatlichen Schulsystem abzusichern, werden 180 Plätze an einer öffentlichen Schule in freier Trägerschaft gefährdet” meldet die Montessori Stiftung in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Unsicherheit, wo die die Montessori Schule in Heiligensee unterkommen kann, ist nicht neu. Als die Schule ihren Standort Am Bärensprung verlassen mußte, wollte sie eigentlich ab Sommer 2016 in der Cité Foch unterkommen. Als dabei Probleme auftauchten, half der Bezirk aus, indem er Teile des Schulgebäudes im Stolpmünder Weg für eine vorübergehende Nutzung anbot (siehe Artikel). Damals war jedoch schon eingeplant, dass der Bezirk das Gebäude ab dem Schuljahr 2017/18 komplett als Filialstandort für die Haushofer-Sekundarschule benötigen würde.

Als der geplante Einzug in das ehemalige Collège Voltaire in der Cité Foch sich weiter verzögerte, verlängerte der zuständige Stadtrat Dollase die Übergangslösung nochmals bis zum Sommer 2018. Der Bildungstaatssekretär Mark Rackles (SPD) hatte damals die Unterstützung für die von der Schule und dem Wittenauer Bezirksverordneten Björn Wohlert (CDU) geforderten günstigeren Konditionen zur Erbpacht leider abgelehnt. (siehe Artikel)

Aktuelle Situation

In der letzten Bezirksverordnetenversammlung wurde der Schulstandort Stolpmünder Weg auch diskutiert. Dort bestätigte Bezirksstadtrat Dollase, dass zum Schuljahr 2018/2019 der Standort Stolpmünder Weg wie angekündigt als Außenstandort der Albrecht Haushofer Schule benötigt würde und berichtete, “dass das von der BIM* zunächst ausgesprochene Angebot von Grundstücksflächen für die langfristige Nutzung dort im College Voltaire zurückgezogen worden ist“. Diese Informationen hätte er von der Montessori Schule erhalten. Dem Bezirk wären aber Schulen in freier Trägerschaft sehr wichtig, um eine vielfältige Bildungslandschaft im Bezirk abbilden zu können und man versuche daher weiter zu helfen und eine Lösung zu finden.

Die Montessori Stiftung berichtet, dass sie folgenden Vorschlag gemacht hätte: Die Schulentwicklungsplanung sollte abgestimmt werden und der Standort gemeinsam genutzt werden. Denn das Gebäude biete laut Montessori Stiftung Platz für rund 300 Kinder, während der Bezirk vorerst nur 50 Plätze dort einplane. Doch der Bezirk sähe hier  rechtliche Hindernisse einer gemeinsamen Nutzung.

Aktuell sieht es so aus, als stünden 180 Schülerinnen und Schüler und 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab August ohne ein Dach über dem Kopf da. Neben dem Schulbetrieb müsste auch die ergänzende Tagesbetreuung mit rund 25 Angestellten und die angeschlossene Kindertagesstätte Montessori-Kinderhaus Spatzen mit 25 Kindern und 7 Betreuungspersonen die Türen schließen. Und das, obwohl der Bezirk dringend Kindergartenplätze benötigt. Die Montessori Stiftung Berlin und die Leitung der Montessori-Schule Heiligensee suchen händeringend nach Möglichkeiten, den Weiterbetrieb von Schule und Kita zu gewährleisten. „Und wenn es erstmal die Aufstellung von Containern ist“, sagt Grune.

Die Situation sieht die Montessori Stiftung als sehr ärgerlich an: Um die Nachfrage nach ca. 50 Plätzen (perspektivisch ca. 200) der Haushofer Schule im staatlichen System abzusichern, würden 180 Plätze (perspektivisch ca. 250) einer freien Schule gefährdet. Sollte die öffentliche Schule in freier Trägerschaft geschlossen werden, müssten deren Schülerinnen und Schüler im staatlichen System beschult werden. Die Rechnung ginge langfristig nicht auf. „Wir bieten daher an, auch kreative und ungewöhnliche Wege zu gehen und gemeinsam die Verantwortung für die Schulplätze in Reinickendorf zu tragen“, erklärt Christian Grune im Namen der Montessori Stiftung Berlin und der Montessori-Schule Heiligensee.

Quelle: Pressemitteilung der Montessori Stiftung , BVV und frühere Recherchen.

*BIM: Berliner Immobilien ManagementGmbH

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